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Schulprogramm Abschnitt 5

 

Schulprogramm 2006

 

Grundschule am Rüdesheimer Platz

in Berlin Wilmersdorf

 

Inhaltsverzeichnis


5. Pädagogische und organisatorische Schwerpunktsetzungen
5.1 Schwerpunktschule Integration
5.2 Stand der Umsetzung des "Leitbildes für die offene Ganztagsgrundschule" im FZB
5.3 Verlässliche Halbtagsgrundschule
5.4 Rhythmisierung

 

5. Pädagogische u. organisatorische Schwerpunktsetzungen
5.1 Schwerpunktschule Integration

Rückblick:

- 1984 / 1985 erste Integrationsklasse mit drei schwer körperbehinderten Kindern
- Ab 1988 / 1989 Genehmigung für Schulversuch: Teilintegration für zwei Klassen pro Jahrgang

- Seit 2004 ist unsere Schule Schwerpunktschule für Integration im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Unsere Schule verfügt über eine behindertengerechte räumliche Ausstattung, einen Grundbestand an Fördermaterialien für Kinder mit unterschiedlichem sonderpädagogischem Förderbedarf und eine Höchstfrequenz für integrative Klassen von 24 Schülern. Wir haben zusätzlich zu den Sonderpädagogen (4 Fachrichtungen) sehr viele Lehrer/innen und Erzieher/innen, die sich durch Fortbildungen und die Erfahrungen jahrelanger Arbeit mit Kindern mit sondepädagogischem Förderbedarf weiterqualifiziert haben. In einigen Klassen werden die Kinder zusätzlich von qualifizierten Schulhelfer/innen unterstützt. Für den Freizeitbereich sind entsprechend Stützerzieher/innen vorhanden.


Grundsätze der Integration an unserer Schule:
- Das Grundbedürfnis des Menschen nach sozialer Teilhabe, Akzeptanz und Solidarität steht für uns an erster Stelle.

- Integration im Alltag, im Sinne einer Inklusion, ist nur möglich, wenn alle Kinder, alle Eltern, alle Lehrer/innen, Erzieher/innen, Schulhelfer/innen und alle anderen in der Schule Tätigen sie praktisch umsetzen. Eine Erziehung zu Toleranz erfordert tag-tägliche soziale Erziehung in den Klassen und die Zusammenarbeit mit den Eltern. Transparenz und Offenheit erleichtern das Umgehen mit der Andersartigkeit.

- Gemeinsame Lernerfahrungen und die individuelle Entfaltung aller Kinder stehen im Vordergrund unserer Arbeit.

- Wir beziehen die Lebensbedingungen und Unterstützungssysteme der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in unsere integrative Arbeit ein.

Konzept:

- Die Schule ist grundsätzlich offen für alle Behinderungsarten; alle Räume sind für Rollstuhlbenutzer zugänglich.

- Das gemeinsame Lernen findet vorrangig im Klassenverband statt. Daher wird im Unterricht differenziert:
unterschiedliche Lernvoraussetzungen erfordern unterschiedliche Arbeitsweisen und unterschiedliche Lernangebote. Äußere Differenzierung erfolgt bei Bedarf zeitlich begrenzt nach Absprache im Lehrerteam.

- Individuelle Förderpläne für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden halbjährlich vom Team fortgeschrieben.

- Die Leistungsbeurteilung orientiert sich wenn möglich an der individuellen Lernentwicklung. Bei den Schülerinnen und Schülern, die zielgleich unterrichtet werden, wird ein Nachteilsausgleich gewährt.

- Speziell auf die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zugeschnittene Lernangebote finden klassenübergreifend in Basislerngruppen statt.

- Die Lehrer/innen arbeiten im Unterricht nicht mit wechselnden Ambulanzlehrer/innen von außen zusammen, sondern vorwiegend im Zwei-Pädagogen-Team. Sie sind gemeinsam für die sonderpädagogische Förderung innerhalb des gemeinsamen Unterrichts verantwortlich. Aufgabenbereiche werden im Team verteilt. In Teambesprechungen findet ein regelmäßiger Austausch über die Entwicklung der Kinder statt.

- Bei dieser integrativen Arbeit werden die Teams von zwei Sonderpädagogen der Schule im Rahmen einer fachlich-pädagogischen Begleitung unterstützt. Die an unserer Schule fehlenden Fachrichtungen (Hören, Sehen, Sprache, Autismus) werden in Beratungsgesprächen durch entsprechende Ambulanzlehrer/innen von Zeit zu Zeit ergänzt.

- Die Integrationskonferenz ist ein Forum aller an der Integration beteiligten Kolleg/innen für ständigen Austausch und Diskussion über grundsätzliche integrations-pädagogische Fragestellungen. Sie wählt aus, bestellt und verteilt Differenzierungs-material und spezielle Fördermaterialien.

- Die Schule kooperiert mit Sonderpädagogen, Schulpsychologen und Ärzten des Beratungszentrums im Bezirk und arbeitet mit den Kitas und den weiterführenden Schulen zusammen.

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5.2 Stand der Umsetzung des "Leitbildes für die offene Ganztagsgrundschule" im FZB

Raumangebot

Der Freizeitbereich (FZB) der Grundschule am Rüdesheimer Platz verfügt über 2 eigene Gebäude, welche den Anforderungen für den offenen Ganztagsbetrieb mit Kindern von sechs bis zwölf Jahren entsprechen. Gebäude 1 (ehemalige Kita) weist Funktionsräume für Spiel und Beschäftigung, Ruhe und Rückzug auf. Im Gebäude 2 (Pavillon 6) befinden sich Räume für Früh- und Hausaufgabenbetreuung sowie Speiseräume (Mensa). Eine zusätzliche Küche wird unter anderem für die Arbeitsgemeinschaft "Kochen" genutzt.

Die Außenanlage besteht zum einen aus einem Gelände mit Kletter- und Spielgeräten, Ruhe- und Rückzugsoasen. Zum anderen werden Schulhof und Sportplatz für Fußball- und Federballspielen sowie Rad- und Rollerfahren genutzt.


Gruppenorganisation

Die Kinder sind festen Gruppen zugewiesen, die altersgemischt sind. Die pädagogische Arbeit findet zum einen in den Gruppen, zum anderen gruppenübergreifend statt.

Integrationskinder

Allen Gruppen gehören Integrationskinder an, die zusätzlich zur allgemeinen gruppeninternen und gruppenübergreifenden Arbeit mit Stützerziehern arbeiten. Diese Erzieher mit besonderer Ausbildung unterstützen die Intgrationskinder zum einen individuell, zum andern fördern sie ihre Integration in die Gruppe. Überdies besteht ein spezielles Angebot zur Betreuung der Integrationskinder bei den Hausaufgaben.

Werkstätten

Neben den allgemeinen pädagogischen Aufgaben werden regelmäßig Werkstätten zu den folgenden Themen angeboten:

- Sport und Bewegung
- Holzbearbeitung
- Garten und Pflanzen
- Kochen und Backen
- Kunst und Gestalten
- Entspannung und Körperbewusstsein
- u.a.

Hausaufgabenbetreuung

Für alle Kinder wird montags bis donnerstags eine Hausaufgabenbetreuung angeboten. Im Bedarfsfall findet eine Rückkopplung zu den Lehrer/innen statt.


Erzieher/innen im Unterricht

Neben der pädagogischen Arbeit im FZB arbeiten die Erzieher/innen regelmäßig im Unterricht mit und wirken bei Bedarf auch an Planungs- und Elterngesprächen mit. Dies erfolgt aufgrund von Absprachen mit den Lehrer/innen.


Elternarbeit

Zentraler Bestandteil der pädagogischen Arbeit im FZB ist die Elternarbeit in Form von Elternabenden und individuellen Elterngesprächen. Hinzu kommt ein strukturierter pädagogischer Dialog mit den Eltern.

Innerschulische Koordinierung

Die Umsetzung des "Leitbildes" erfolgt mittels regelmäßiger Zielfestlegungen, Koordinierungsabsprachen sowie Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Leitungsebenen von Schule und FZB.

FZB-interne pädagogische Zielsetzung und Fortbildung

Die pädagogische Zielsetzung erfolgt in wöchentlichen Dienstbesprechungen, die Fortbildung in monatlichen thematischen Diskussionen.

Weitere Schritte zur Umsetzung der Gesamtkonzeption

Angestrebtes Ziel ist es, mittels Dialog und Austausch aller am Erziehungsprozess Beteiligten eine aufeinander abgestimmte und ausgewogene Bildungs- und Erziehungsarbeit zu leisten. Daher sind an weiteren Schritten zur Umsetzung seitens des FZB mittel- und langfristig die folgenden geplant:

- Verzahnung der Erziehungsziele von Schule und Freizeitbereich durch regelmäßige Kommunikation
- Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Freizeitbereich zum Beispiel in Form gemeinsamer Elternabende, regelmäßiger Koordinierungstreffen von Lehrer/innen und Erzieher/innen u.a.
- Qualifizierung der Erzieher/innen durch interne pädagogische Fortbildung
- Ausarbeitung und Weiterentwicklung einer pädagogischen Konzeption des FZB.

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5.3 Verlässliche Halbtagsgrundschule

Neben den Schülerinnen und Schülern, die im offenen Ganztagsbetrieb den Freizeitbereich besuchen, nutzen viele Kinder in unterschiedlichem Umfang die Möglichkeit der Betreuung im Rahmen der VHG.

Für die Betreuung stehen einmal das Gebäude 2 des FZB zur Verfügung (nur Frühbetreuung) und des Weiteren zwei ehemalige Klassenräume der Schule, die dem neuen Nutzungsbedarf entsprechend eingerichtet sind.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird die Betreuung vor Unterrichtsbeginn ab 7.30 Uhr und nach Unterrichtsschluss bis 13.30 Uhr angeboten.

Die Gruppen werden so organisiert, dass die Schülerinnen und Schüler mit Kindern, die ihnen vertraut sind, zusammen kommen, in einen bekannten Raum gehen und von denselben Erzieherinnen betreut werden. Dadurch wird Verlässlichkeit in den Beziehungen, sichere Orientierung und Kontinuität in den Angeboten gewährleistet. Das ist vor allem für Kinder der Klassen 1 bis 3 wichtig, die das Angebot überwiegend nutzen.

Die Betreuungszeiten bieten den Rahmen für:

- freies Spiel in den Räumen und auf dem Gelände
- selbst gewählte Arbeiten
- situativ gelenkte Angebote
- regelmäßig wiederkehrende Angebote in den Bereichen Bildnerisches Gestalten,
Musik, Sport und Bewegung
- u.a.

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5.4 Rhythmisierung
An der Grundschule am Rüdesheimer Platz sind Formen innerunterrichtlicher Rhythmisierung, die in der Schulanfangsphase eine besondere Bedeutung erhält, bereits vorhanden.
Zur Rhythmisierung eines Schulvormittags gehören Strukturierungselemente wie
- Mischung von freien und gebundenen Arbeitsphasen
- Tages- oder Wochenplanarbeit
- projektorientiertes Arbeiten
- Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung
- Ritualisierungen
- Stundenplangestaltung

 

Diese Strukturierungselemente tragen dazu bei, dass Kinder ihren individuellen Lernrythmus finden, Verantwortung für den eigenen Lernprozess entwickeln können und lernen, diesen selbständig zu organisieren. Es geht darum, die bisherigen Formen des Unterrichts zu erweitern und die Unterrichtsprozesse auf der Grundlage der unterschiedlichen Lernausgangslagen und Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler zu gestalten. Rhythmisierung, die sich nicht nur in der äußeren Organisation widerspiegelt, heißt auch Differenzierung. Der Kompetenzerwerb in differenzierten Lernsituationen bezieht sich nicht nur auf das eigene Tun, sondern auch auf die Auseinandersetzung in der Gruppe, auf gemeinsames Tun. Lernen ist ein individueller, aber auch ein gemeinsamer Prozess.

Eine Ausweitung der Rhythmisierung wird durch die Einführung des offenen Ganztagsbetriebs und der VHG und damit einhergehenden Zusammenarbeit von Lehrer/innen und Erzieher/innen möglich und ist erforderlich.

Dass das Kollegium eine verstärkte Auseinandersetzung mit der Thematik für notwendig erachtet, wurde als ein Ergebnis unter anderen auf dem Studientag im Mai 2006 deutlich.

Im Schuljahr 2006/07 soll ein Konzept zur Rhythmisierung des Schultages an unserer Schule erarbeitet werden.

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