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Schulprogramm Abschnitt 4

 

Schulprogramm 2006

 

Grundschule am Rüdesheimer Platz

in Berlin Wilmersdorf

 

Inhaltsverzeichnis


4. Entwicklungsvorhaben der Schule Ziele, Maßnahmen, Evaluationskriterien
4.1 Lernen lernen
4.2 Welterkundung
4.3 Fächerübergreifende künstlerische Projekte
4.4 Computerunterstütztes Lernen
4.5 Klassenübergreifende Konfliktlotsenausbildung
4.6 Integration - Basislerngruppen

 

4. Entwicklungsvorhaben der Schule
Ziele, Maßnahmen, Evaluationskriterien

Ausgehend von dem Leitbild, den Entscheidungsprozessen im Kollegium und den Ergebnissen der Elternbefragung wurden Vorhaben festgelegt, die zu einer weiteren Qualitätsentwicklung der schulischen Arbeit im Interesse der Schülerinnen und Schüler führen sollen.

Die Entwicklungsvorhaben mit ihren Zielen, Maßnahmen, Evaluationskriterien und Zeitangaben wurden in Arbeitsgruppen erstellt und beziehen sich auf die Bereiche Unterrichtsentwicklung und Erziehung und Schulleben.

Im Einzelnen handelt es sich um:

- Lernen lernen

- Welterkundung

- Fächerübergreifende künstlerische Projekte

- Computerunterstütztes Lernen

- Konfliktlotsenausbildung

- Integration - Basislerngruppen

 

4.1 Lernen lernen

Präambel

In allen Klassenstufen finden wir an unserer Schule innerhalb des regulären Unterrichts Ansätze und verschiedenartigste Umsetzungen der Bereiche Wissensaneignung undArbeitstechnik, Kommunikation und Teamarbeit.

Jede einzelne Unterrichtsstunde verlangt von den Schülern und den Lehrern den Einsatz unterschiedlichster Arbeitstechniken, diese reichen zum Beispiel vom Unterstreichen mit Lineal bis hin zum Strukturieren eines Textes.

Unterricht erfordert permanent Kommunikation ebenso wie das soziale Leben in der Klasse. Dafür bieten sich kontinuierlich Möglichkeiten, um die notwendigen Fähigkeiten einzuüben.

Das Arbeiten in Gruppen und die Organisation des Klassenlebens fordern und fördern Teamfähigkeit. Dies wird immer wieder in unterschiedlichen Arbeitsformen trainiert.

Dies alles wird in jeder Unterrichtsstunde zusammen mit dem Lernstoff eingeübt. Dennoch beobachten wir als Lehrer immer wieder, dass bestimmte Fertigkeiten nicht genügend beherrscht werden und aus zeitlichen Gründen nicht intensiv (genug) geübt werden konnten.

Das Beherrschen von Arbeitstechniken erleichtert und ermöglicht das Erfassen von Informationen und eine sinnvolle Zeitplanung. Oft scheitern Schüler bei der Bewältigung einer Aufgabe an der Organisation ihres Lernprozesses.

Miteinander zu reden, einander aufmerksam zuzuhören, sich interessiert auf den jeweiligen Partner einzulassen sind soziale Fähigkeiten, die den Menschen sein Leben lang begleiten. Seine eigene Meinung zu finden und zu vertreten verlangt ein hohes Maß an sozialem Können.

Über den regulären Unterricht hinaus können besondere Angebote den Schülern zu mehr Eigenverantwortlichkeit und Selbständigkeit verhelfen, zum Beispiel das Projekt "Lernen lernen".

In den Klassen 1 und 2 werden in allen Unterrichtsstunden Grundlagen der Arbeitstechniken, der Kommunikationsfähigkeit und der Teamarbeit gelegt. Das Einüben dieser Grundlagen ist Unterrichtsvoraussetzung und wird daher Prinzip.

Die Klassen 3 bis 6 führen das Projekt "Lernen lernen" durch.
Alle Lehrer der Schule erhalten "Handreichungen" zum Thema "Lernen lernen", die als Unterstützung und Orientierung für die Unterrichts- bzw. Projektarbeit dienen.

Entwicklungsvorhaben: Lernen lernen

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4.2 Welterkundung

Präambel

Welterkundung ist ein Unterrichtsprinzip in allen Klassenstufen unserer Grundschule, bei dem die Schülerinnen und Schüler die Welt entdecken, erforschen und selbständig erschließen.

Ausgangspunkt dieses Unterrichts sind die eigenen Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der Beschäftigung mit "Verhältnissen"

- Verhältnisse unter Menschen
- Verhältnisse zwischen Mensch und Natur
- Verhältnisse zwischen Mensch und Technik
- Verhältnisse zwischen Mensch und Kultur
- Verhältnisse zwischen Mensch und Politik (Ethik, Moral).

Lehrerinnen und Lehrer helfen dabei,

- die forschende Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der sie umgebenden Welt zu ermöglichen
- die eigenen Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung zu rücken
- "erwachsene " Interpretationsmuster so anzubieten, dass das forschend-entdeckende Lernen unterstützt wird.

Die zentrale didaktische Aufgabe der Lehrerin / des Lehrers ist für den Bereich "Welterkundung" die Anknüpfung an die Erfahrungswelt der Kinder durch
- Problemorientierung aufschließen, anschieben, provozieren;
- Handlungsorientierung betrachten, beobachten, suchen,
erkunden, experimentieren;

- Verbalisierung/Kommunikation Referate, Wandzeitungen, Rollenspiele,
- Dokumentation Plakate, Bücher herstellen, Fotos,
- Präsentation Zeichnungen, Statistiken.


Ziele eines Gesamtunterrichts WELTERKUNDUNG sind die Ausbildung von grundlegendem Wissen, Methoden-, Anwendungs- und Transferwissen und die Fähigkeit, soziale Verantwortung in diesem Bereich zu übernehmen.


Entwicklungsvorhaben: Welterkundung

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4.3 Fächerübergreifende künstlerische Projekte

Präambel

Künstlerische Lernbereiche sind in der Lage, einen besonderen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler zu leisten und unsere Leitideen und Ziele der schulischen Arbeit wie Toleranz, Offenheit, Rücksichtnahme, die Vermittlung eines positiven Selbstbildes, Selbständigkeit, verantwortliches Handeln und Methodenkompetenz zu fördern bzw. zu entwickeln und ästhetische Erfahrungen zu ermöglichen.

In den künstlerischen Lernbereichen werden die Wahrnehmungsfähigkeit, das Vorstellungsvermögen, die Fantasietätigkeit und Kreativität des Kindes in besonderer Weise gefordert. Der bewusste Gebrauch der Sinne, experimentelle Wahrnehmungs- und Materialerfahrung, vielfältige praktische Übungen darin, sich mit bildnerischen Mitteln auszudrücken und verständlich zu machen, sowie nicht zuletzt der Umgang mit Kunstwerken schärfen die ästhetische Sensibilität und erweitern die Ausdrucksmöglichkeiten der Kinder. Der bewusste praktische Umgang mit den Instrumenten soll wesentliche Erfahrungen des Zusammenspiels sowie musikalischer Grundelemente (Rhythmus, Metrum, Harmonik, Struktur etc.) ermöglichen und verdeutlichen helfen.

Die Grenzen der Wirklichkeit mit den Mitteln der Fantasie zu überschreiten und das Vermögen, sich in die Rolle eines anderen einzufühlen (Empathie), sind Voraussetzung für die Entwicklung von Toleranz, Offenheit und Rücksichtnahme. Auch die Konfrontation mit zunächst fremden und ungewohnten Inhalten fördert diese Fähigkeiten, die im Spiel und im schöpferischen Prozess immer wieder erprobt und weiter entwickelt werden.

Den künstlerischen Lernbereichen kommt die besondere Aufgabe zu, das bildnerisch-ästhetische Verhalten, die Sensibilität und Genussfähigkeit sowie das Erkenntnis- und Urteilsvermögen auch über den ästhetischen Bereich hinaus zu fördern.

Ziel des künstlerischen Unterrichts muss sein, subjektbezogene und fachliche Perspektiven in ein produktives Spannungsverhältnis zueinander zu bringen, d.h. Vermittlungsprozesse zwischen Subjekt und objektiver Welt bzw. zwischen Innen- und Außenwelt anzuregen.

Bei der Gestaltung von Schülerzeitungen und Plakaten sowie bei der Dokumentation und Präsentation von Unterrichtsprozessen und Projekten sind gestalterische Fähigkeiten unabdingbare Voraussetzungen. Der künstlerische Unterricht befähigt die Kinder, ästhetische Mittel zur aktiven Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit zu nutzen. Ausstellungen von Schülerarbeiten dienen nicht in erster Linie der Dekoration. Sie können das Selbstwertgefühl der Kinder erheblich steigern und zur Identitätsfindung beitragen.

Möglichkeiten des Andersseins können ästhetisch-praktisch erprobt werden. In der Bewertung eigener und fremder praktischer Arbeiten müssen Differenzen ausgehalten und Konflikt- bzw. Integrationsfähigkeit eingeübt werden. Das gilt nicht zuletzt für die Auseinandersetzung mit multikulturellen Lebenswelten. Wenn Kinder einen erheblichen Teil ihrer Freizeit vor dem Fernsehgerät oder Computer verbringen, sind ihre Möglichkeiten zur aktiven, selbst bestimmten Umwelterfahrung stark eingeschränkt. Aus diesem Grunde wird auch der handelnde Umgang mit konkretem Material, werden individuell-ästhetische Erfahrungen im unmittelbaren Kontakt mit Gegenständen immer wichtiger.
Künstlerisches Arbeiten umfasst verschiedene, komplex strukturierte Lernfelder, die sich themenspezifisch verknüpfen lassen. Deshalb ist das künstlerische Schaffen für fächer-verbindendes Arbeiten besonders relevant.

Entwicklungsvorhaben: Fächerübergreifende künstlerische Projekte

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4.4 Computerunterstütztes Lernen

Präambel

Der Computer ist heutzutage in vielen Lebensbereichen ein technisches Mittel geworden, zu dessen Nutzung eine Basiskompetenz erforderlich ist.
Der Computer ist im Unterricht ein Arbeitsmittel neben anderen.
Das Internet bietet eine moderne Plattform zum Informations- und Kommunikationsaustausch, die genutzt wird.
Daher erhalten die Kinder vielfach ab Klasse 1 die Möglichkeit, grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse im Umgang mit Hard- und Software zu erlernen.
Unsere Schule bietet pädagogische und technische Voraussetzungen, die weitgehend von der Finanzlage des Landes Berlin abhängig sind.
Daneben ist es unabdingbar, eine kritische Haltung diesem Medium gegenüber zu vermitteln.


Dem Kollegium werden Handreichungen zur Verfügung gestellt, um die vorgesehenen Ziele kleinschrittig aufeinander aufbauend umsetzen zu können. Die Schülerinnen und Schüler sollen die genannten Ziele 1-4 bis zum Ende der 6. Klasse erreicht haben.

Sofern es der Stundenpool der Schule zulässt, werden in ergänzenden Arbeits-gemeinschaften die erworbenen Fertigkeiten und Fähigkeiten vertieft.
Zum einen werden Arbeitsgemeinschaften angeboten, die eine Erweiterung der erworbenen Kompetenzen im Umgang mit dem Computer ermöglichen. Außerdem werden Angebote gemacht, in denen vorhandene Kenntnisse angewendet und die individuelle Nutzung des Computers für das persönliche Lernen und Arbeiten der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund steht und erfahrbar wird, wie z.B. in der AG Schulzeitung "Klexy".

Entwicklungsvorhaben: Computerunterstütztes Lernen

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4.5 Klassenübergreifende Konfliktlotsenausbildung

Präambel

Eine Schule muss sich gemeinsam auf den Weg machen, um allen Beteiligten und allen voran den Kindern, eine friedliche, gewaltlose und angstfreie Umgebung des Lernens und Lebens zu schaffen. Konflikte begleiten uns täglich: scheinbar unvereinbare Interessen stoßen aufeinander, es wird vollkommen unangemessen miteinander kommuniziert, ein Mensch stört durch sein eigenes Tun das Tun eines anderen.
Konflikte sind Teil des menschlichen Miteinanders, weder dürfen sie ignoriert, noch können oder sollen sie vermieden werden. Im Gegenteil, werden die Konflikte aufgegriffen und konstruktiv bearbeitet, so bieten sie den Beteiligten die Chance, den eigenen Standpunkt zu überdenken, andere Perspektiven einzunehmen und in der eigenen Gesamtpersönlichkeit ernst genommen zu werden. Nur ein konstruktiver Umgang mit Konflikten kann verhindern, dass diese zu Lasten Einzelner gehen oder gar in Gewalt münden.
Doch diese gewaltfreie Auseinandersetzung, dieser gemeinsame Weg auf der Suche nach fairen oder zumindest annehmbaren Lösungen für die Beteiligten muss erfahren und erlernt werden. Dieses Lernen kann im Leben eines Menschen nicht früh genug beginnen.
Die Vision einer gewaltfreien Gesellschaft führt über die Kinder, sie zu schützen und zu stärken ist über das Elternhaus hinaus auch die Aufgabe von Schule. Täglich zu verdeutlichen "Sieh hin! Schau nicht weg! Du kannst etwas tun!" ist unabdingbarer Teil des Schullebens. Die Erfahrung, dass sie in ihren Bedürfnissen ernst genommen werden und dass ihnen zugtraut wird, Konflikte aktiv und friedlich zu bearbeiten, verleiht den Kindern Stärke und Zuversicht in ihre eigenen Fähigkeiten.

Die klassenübergreifende Konfliktlotsenausbildung will ermöglichen, dass die Kinder ihre Konflikte unter Gleichaltrigen lösen. Piaget formulierte, welcher Vorteil diesem Aspekt innewohnt:

"Eltern oder andere Erwachsene können Vorbilder sein, vermitteln Werte und Haltungen, doch sie können nicht den kindlichen Partner ersetzen. In einer Diskussion einander Gleichgestellter kann erfahren werden, was ein Beweis, ein Kompromiss, ein tragfähiger Beschluss ist."

Um einen tragfähigen und dadurch präventiven Umgang mit Konflikten für Kinder zu ermöglichen, benötigt es Zeit und Handlungswissen, auf Seiten der Lehrenden und auf Seiten der Kinder. Vieles geschieht bereits auf Klassenebene, die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler zu Konfliktlotsen ist ein weiterer Entwicklungsschritt. Für diese Tätigkeit benötigen die Kinder eine große emotionale Handlungskompetenz, die sie in dem Training erlernen, üben und anwenden können.

Trainingsinhalte

1. Beziehungen untereinander schaffen
a. Wir lernen einander kennen
b. Wir entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede
c. Wir erarbeiten unsere Gruppenregeln

2. Was ist ein Konflikt?
a. Meinungsbarometer - Persönliche Einschätzung von Situationen
b. Versuch einer Definition
c. Wir analysieren Ko

3. Konfliktlösungsarten
a. Wie erleben wir täglich den Umgang mit Konflikten?
b. Konfliktlösungsarten: Vermeiden - Kämpfen - Nachgeben - Bearbeiten
c. Die "win-win-Konfliktlösung"

4. Gefühle
a. Sich selbst wahrnehmen
b. Gefühle wahrnehmen und benennen
c. Wut
d. Provokation und Deeskalation

5. Kommunikation
a. Körpersprache
b. Gestörte Kommunikation: Vom Ping Pong zum Hick Hack
c. Von der Du-Botschaft zur Ich-Botschaft
d. Aktives Zuhören und Spiegeln
e. Fragetechniken
f. Türöffner (Sprache der Annahme) und Straßensperren (Kommunikationsblockaden)

6. Das Eisbergmodell
a. Vorstellen des Eisbergmodells: Motive - Ziele - Werte - Gefühle
b. Einüben: Was liegt unter der "Wasseroberfläche"?

7. Die Mediation

Entwicklungsvorhaben: Klassenübergreifende Konfliktlotsenausbildung

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4.6 Integration - Basislerngruppen

Präambel

Im Rahmen der Integration werden für die Schülerinnen und Schüler mit sonder-pädagogischem Förderbedarf Basislerngruppen eingerichtet.
Diese Lerngruppen finden klassenübergreifend in der Regel einmal wöchentlich für zwei Stunden statt. Dabei geht es um Lernangebote zu bestimmten thematischen Schwer-punkten, die speziell auf die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zugeschnitten sind wie z.B.:
- Psychomotorik
- Bildnerisches Gestalten
- Lebenspraktische Ausbildung
- Mathematische Grunderfahrungen
- Schwimmen
- Texte verfassen
etc.

Siehe auch unter 5.1: Pädagogische Schwerpunktsetzung Integration

 

Entwicklungsvorhaben: Integration - Basislerngruppen

 

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